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Startseite > Geld

'''Geld''' ist das in einer Gesellschaft allgemein anerkannte Tausch- und Zahlungsmittel.

Etymologie

Das Wort stammt vom althochdeutschen ''gelt'', das soviel bedeutete wie ?Entgelt, Zins, Lohn, Opfer, Einkommen, Wert, gelten? und erstmals im Jahre 790 auftauchte. Später übernahm es das Mittelhochdeutsche als ''geld''/''gelt'' (bereits in der Bedeutung Geld bzw. Zahlungsmittel), wie es heute noch mit den Begriffen Entgelt oder ''abgelten'' geläufig ist. Im praktischen Gebrauch ist Geld ein Zahlungsmittel, das sich von einfachen Tauschmitteln dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern auf Grund allgemeiner Akzeptanz zu weiterem Tausch eingesetzt werden kann. Letztlich setzte sich die Definition durch, dass Geld das vom Staat oder einer durch ihn ermächtigten Behörde als Wertträger zum Umlauf ausgegebenes und für den öffentlichen Verkehr bestimmtes Zahlungsmittel ist.

Allgemeines

Die verschiedenen , ''Staatliche Theorie des Geldes'', 1923, S. 3</ref>

Arten

Im Hinblick auf seine physische Präsenz unterscheidet man der Nichtbanken. In den weiteren Aggregaten <math>M2</math> und <math>M3</math> ist ausschließlich Buchgeld enthalten.

Das in der eines Staates als gesetzliches Zahlungsmittel bestimmte Geld bezeichnet man als .

Funktionen

Geldfunktionen

In der Volkswirtschaftslehre wird Geld funktional definiert. Karl Marx beschreibt in seinem Hauptwerk ''Das Kapital'' die Funktion des Geldes als ?spezifische Äquivalentware?, als ?Maß der Werte? im Prozess der ?Warenzirkulation?, die wiederum mittels des Geldes Ausgangspunkt des Kapitals ist.

  • Geld hat ''.
  • Geld ist ein ''Wertaufbewahrungsmittel''.
  • Geld ist ein ''en messbar.
  • Geld ist eine ''en.

Konstitutiv ist für das Wesen des Geldes lediglich die Funktion als transaktionsdominierendes Tauschmittel. Dies verleiht dem Geld die höchste Liquidierbarkeit von Eins, weil es ohne Disagio zum Nominalwert angenommen werden muss.

Je besser ein Gut die Geldfunktionen erfüllt, umso eher wird es als Geld angesehen.

Geldschöpfung

Geld entsteht heutzutage üblicherweise im zweistufigen Bankensystem aus Zentralbank und (Geschäfts)-Banken.

Zentralbankgeld besteht aus dem Bargeld und den Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank. Verkaufen die Geschäftsbanken der Zentralbank Wechsel, Devisen oder Wertpapiere, so erhalten diese Zentralbankgeld in Form von Geldscheinen, Geldmünzen oder Zentralbankguthaben. Zentralbankgeld kann auch durch verzinsliche Kreditvergabe der Zentralbank an Geschäftsbanken gegen Pfandhinterlegung entstehen. Den Prozess der Zentralbankgeldschöpfung kann die Zentralbank über ihr geldpolitisches Instrumentarium (insbesondere Leitzins und Offenmarktpolitik) steuern. Geld entsteht auch, wenn die Zentralbank Ausgaben tätigt, für die sie mit Zentralbankgeld bezahlt.

Giralgeld entsteht hauptsächlich, indem eine Bank einen Kredit vergibt und dem Kunden den entsprechenden Betrag auf seinem Konto gutschreibt (). Hierbei kommt es zu einer Bilanzverlängerung; die Aktivseite der Bankbilanz wächst um den Kreditbetrag, die Passivseite wächst um das Kontoguthaben des Kunden. Banken können die Geldmenge jedoch nicht beliebig durch Kreditvergabe erhöhen, weil sie verpflichtet sind, diese Kredite je nach Ausfallrisiko mit bis zu 8 % Eigenkapital zu unterlegen. Weitere begrenzende Faktoren sind generell die Bereitschaft der Banken zu Kreditvergaben sowie der Kunden zu Kreditaufnahmen (im Falle von Banken-, Wirtschafts- oder Finanzkrisen kann die Giralgeldschöpfung nachlassen und die Giralgeldmenge sinken ? vgl. Nettokreditaufnahme).

Geldmenge

Die Geldmenge ist eine wichtige ökonomische Größe, weil sie im Zusammenhang mit der , S. 70.</ref>

  • Die Geldmenge <math>M1</math> umfasst das Bargeld und die Sichteinlagen, also die innerhalb von einem Tag abrufbaren Bankguthaben (Girokonto, Tagesgeldkonto).
  • Die Geldmenge <math>M2</math> umfasst <math>M1</math> und Spareinlagen mit einer von bis zu drei Monaten und Termineinlagen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren.

Gleichgewicht auf dem Geldmarkt

Über den Geldmarkt können Zentralbanken auf das Verhältnis von Geldangebot und Geldnachfrage einwirken. Das Geldangebot kann die Zentralbank weitgehend steuern. Die Geldnachfrage ist abhängig von dem Verhalten der Wirtschaftssubjekte (Unternehmen, Privathaushalte, der Staat nebst seinen Untergliederungen).

, S. 69.</ref>) die Geldnachfrage nicht übersteigen, damit die Inflation niedrig bleibt. Hierzu muss ggf. durch Zinserhöhungen gegengesteuert werden. Zinserhöhungen verteuern die Geldschöpfung von Zentralbankgeld. Die Zentralbanken müssen also immer den situativ richtigen Zinspfad finden.


Geldtheorie

Die Geldtheorie ist eine Disziplin der Volkswirtschaftslehre, in der Wesen und Funktionen, Wert sowie Wirkungen des Geldes untersucht werden. Teilgebiete der Geldtheorie sind unter anderem die Theorie der Geldnachfrage, die Theorie des Geldangebotes (siehe ), die Erklärung des geldpolitischen Transmissionsmechanismus, die Inflationstheorie, die Zinstheorie und die Theorie der Geldpolitik.

Rechtsfragen

Auch der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich mit dem (strafrechtlichen) Begriff des Geldes befassen müssen. Danach ist Geld ?? jedes vom Staat oder einer durch ihn ermächtigten Stelle als Wertträger beglaubigte, zum Umlauf im öffentlichen Verkehr bestimmtes Zahlungsmittel ohne Rücksicht auf einen allgemeinen Annahmezwang?. Hierin kommen die bisher bereits erwähnten Grundfunktionen des Geldes zum Ausdruck. Regelmäßig ist der Staat oder eine von ihm beauftragte Stelle für die Ausgabe dieses verkehrsfähigen Zahlungsmittels zuständig, das als Wertträger fungieren soll. Dieses Monopol des Staates, Geld zu drucken und in Umlauf zu bringen, schließt mithin aus, dass nicht Autorisierte ebenfalls Geld drucken und in Umlauf bringen, sodass deren Handlungen als strafbare Fälschung von Zahlungsmitteln gelten (vgl. Falschgeld).

Nach deutschem Recht wird Geld als Rechtsbegriff den Inhaberpapieren gleichgestellt ( Abs. 2 BGB). Das bedeutet, dass Geld sogar dann noch erworben werden kann, wenn es dem rechtmäßigen Eigentümer gestohlen wurde, verloren gegangen oder sonst abhandengekommen ist. Für andere bewegliche Sachen gilt das nicht (§ 935 Abs. 1 BGB), weil bei Geld und Inhaberpapieren deren nicht eingeschränkt werden soll.

Münzen und Scheine gehen ins Eigentum des Inhabers über; die oft behauptete Aussage, die sei Eigentümer, der Inhaber nur berechtigter Besitzer, gilt nicht für den Euro. Das Eigentum an Geld wird wie bei Inhaberpapieren durch einfache Einigung und verschafft ( BGB, wonach der Eigentümer mit seinen Sachen grundsätzlich nach Belieben verfahren darf. Jeder Besitzer von Geld kann entscheiden, sein Geld nie mehr auszugeben und damit für immer aus dem Umlauf zu nehmen. Mit einer unumkehrbaren Beschädigung von Zahlungsmitteln wird Geld auch nicht vernichtet, sondern nur unumkehrbar aus dem Umlauf genommen. Die Bundesbank leistet jedoch für absichtlich beschädigte Geldscheine keinen Ersatz.

In manchen Ländern (wie den USA) kann die Zerstörung von Zahlungsmitteln strafbar sein, beispielsweise wenn durch die Zerstörung die Abbildung eines Staatsoberhauptes oder geschützte Symbole beschädigt werden und eine solche Beschädigung strafbar ist.

Geschichte

Geld ist, was Geldfunktion erfüllt. Im Alltag sind dies heute vor allem Münzen und Banknoten. Aber auch immaterielles Geld in Form von Bankguthaben und Karten mit Geldfunktion spielt heute eine große Rolle. Entwickelt haben sich die heutigen Geldformen aus en.

Volkstümliche Bezeichnungen

  • ''Cash'' ( für ?Bargeld?)
  • ''Kies'' (jiddisch ''kis'', ?Geldbeutel?)
  • ''Mäuse'' (jiddisch ''meus'', ?Geld?)
  • ''Moneten'' ( ''moneta'', ?Münze?; vgl. engl. ''money'')
  • ''Moos'' (jiddisch und rotwelsch ''moos'', ''mous'' (Plural), ?Geld?)
  • ''Zaster'' (rotwelsch ''sast er'', ?Eisen?)
  • ''Möpse'' (seit 1749 aus Henese Fleck in die deutschen Studentensprache übernommen, von ?Mopp?: Knopf)
Etliche Bezeichnungen stammen aus dem Wortfeld ''Brennstoff'', stehen also stellvertretend für die Tatsache, dass mit Geld Dinge erworben werden können, die die Wärme und Energie für das Leben liefern, so etwa:
  • ''Holz, Kohle'' (Kohle wurde nach dem Zweiten Weltkrieg kurzzeitig ersatzweise und informell als Zahlungsmittel verwendet), ''Koks'', sowie das Folgeprodukt ''Asche''
  • ''Pulver'' (gemeint ist ; vgl. ''sein Geld verpulvern'', veraltet: ''verzünden'')

Synonyme Bezeichnungen für Geld stehen auch in Zusammenhang mit Lebensmitteln, die also den Brennstoff für die körperliche Energie darstellen und so stellvertretend für das Geld stehen, mit dem die Grundbedürfnisse des Lebens befriedigt werden können. (In vielen Kulturen war oder ist daher die Menge an vorhandener Nahrung, in erster Linie Getreide oder Vieh, auch gleichbedeutend mit dem Wohlstand einer Person, und Tiere gelten dort auch als Einheitswert für den Tauschhandel.)

  • Getreide: ''Bims/Bimbes'' (vom rotwelschen Wort ''bimbes'' = ?Brot?), ''Diridari'' (vom alten bayrischen Wort ''Diradey'' = Gemisch aus Roggen und Gerste)
  • Tiere und Tierprodukte: ''Kröten, Mücken, Eier und Fett,'' aber auch ''Penunzen/Pinunze'' (über berlinisch ''Penunse'' aus ''pieni?dze'', dies wiederum aus dem Westgermanischen entlehnt, vgl. althochdeutsch ''pfenning'')
Für bestimmte Arten von Geld werden beispielsweise folgende Wörter verwendet:
  • für Kleingeld, Münzen: ''Schotter, Steine, Kies'' (jiddisch kis, ?Geldbeutel?), abschätzig ''Negergeld''
  • für Papiergeld: ''Scheine, Lappen''
  • für einen geringen, unbedeutenden Betrag: ''Peanuts'', ''Obolus'' (von ''Obolos'', altgriechisches Münznominal; für einen kleinen, meist freiwillig geleisteten Beitrag zu etwas)
  • für eine große unbestimmte, aber bedeutsame Menge: ''Zaster'' (siehe oben), ''Mammon'' (vom oder arabischen Wort ''aman'' = ?das, worauf man vertraut?)
  • für für unehrliche Personen)
Einige weitere, oft auch nur regional, zeitlich begrenzt oder von bestimmten Personengruppen verwendete Benennungen verschiedenen Ursprungs sind:
  • ''Draht, Flocken, Keulen, Kikerlinge, Klötze, Knaster, Knöpfe, Knosse, Knüppel, Krazacken, Marie, Moos, Ocken/Öcken, Patte, Piepen, Pimperlinge, Pinke/Pinkepinke, Schabangas, Schleifen, Schnee, Sickel, Stutz, Tacken, Taler''
  • Vermutlich aus der Jugendsprache der 1970er-Jahre stammt der häufige saloppe Begriff ''Knete''.

Für spezielle Denominationen

Für spezielle Denominationen werden bei bestimmten Geldwerten vorwiegend lautliche Varianten und Verballhornungen der entsprechenden Zahlwörter gebildet oder stehen meist in anderem unmittelbaren Zusammenhang mit dem jeweiligen Geldstück bzw. -schein, so etwa:
  • Papiergeld: ''Ameise'' (auf der alten Schweizer 1000er-Note war eine Ameise abgebildet), ''Riese/Tausi/Taui'' (in Österreich:) ''Blauer'' (Tausender), ''Hunni/Blauer'' (Hunderter; ''Blauer'' nur für die D-Mark), ''Bauernzehner''/''Burazehner'' (Hunderter; im Bregenzerwald), ''Lappen'' (Hunderter; in der Schweiz), ''Fuffi'' (Fünfziger), ''Lübecker'' (auf dem 50 D-Mark-Schein war das Holstentor abgebildet), ''Pfirsich'' (Vierzig), ''Zwanni/Zwackel/Pfund'' (Zwanziger), ''Blaue Fliese'' (in der DDR der 100-Mark-Schein der ?Westmark?).
  • Münzgeld: ''Groschen'' (10 Pfennig oder selten 10 Eurocent), ''Heiermann'' (5-Mark-Stück), ''Sechser'' (lange noch in Berlin für das 5-Pfennig-Stück), ''Fünfliber'' (5-Franken-Stück in der Schweiz), ''Zwickel'' (2-Mark-Stück, 2-Euro-Stück), ''Fünferli'' ( in der Schweiz)

Für bestimmte Währungen

Bei volkstümlichen Bezeichnungen für bestimmte Währungen wird oft ein scherzhafter Charakter offenkundig. Mit solchen neuen Wörtern ist aber vielfach nicht (nur) die Währung als solche gemeint, sondern das stoffliche Äquivalent, also Münze oder Schein, und der Wert 1 dieser Währung. Daher wird in solchen Fällen der Ausdruck in erster Linie gemeinsam mit einem Zahlwort verwendet.
  • ''Alpendollar'' (für die frühere österreichische Währung; sollte den Schilling nach Vorbild des US-Dollars als Hartwährung positiv charakterisieren)
  • ''Euronen'' (Pluralform von ''Euro'')
  • ''Stutz'' (schweizerisch für ''Franken''; aus der Studenten- und Soldatensprache; wahrscheinlich entstanden aus dem alten Wort ''stutzen'' = ?tauschen?)
  • ''Kujambel'' (Währung aus Übersee)
  • ''Greenback'' (US-Dollar)

Rezeption

Mythologie und Psychologie

In Mythen und Märchen spielt auch das Geld eine Rolle. Die antike Sage, dass der kleinasiatische König Midas sich von den Göttern gewünscht habe, alles, was er berühre, solle zu Gold werden, und der deshalb zu verhungern und zu verdursten drohte, ist wahrscheinlich ein Echo der Tatsache, dass Münzgeld historisch zuerst in Lydien geprägt worden ist.

In und kann Geld die Bedeutung von Reichtum und Macht wie auch von Lebensenergie haben, aber auch die des moralisch Schmutzigen.

Die Knappheit des Geldes und das Leben aus der Fülle heraus sind zwei Aspekte, die unter Verwendung der C.G. Jungschen Archetypenlehre in dem Buch ''Mysterium Geld'' von Bernard A. Lietaer näher beleuchtet werden. Es wird die These vertreten, dass verschiedene Währungsmechanismen ? Geldentstehung, Umlauf und Knappheitssicherung ? auch zu verschiedenen Wahrnehmungen und Haltungen gegenüber dem Geld führen.

Pädagogische Psychologie

Gelderziehung vermittelt ein Verständnis für materielle Werte und den Wert von Arbeitsleistungen, ein Verständnis für numerische Geldbeträge und den Umgang mit Zahlungsmitteln aller Art sowie für nicht sichtbares Kapital und das Geldwesen insgesamt. Im Vordergrund der Gelderziehung stehen das Taschengeld, Hinzuverdienste im Haus und mit Schülerjobs sowie der Umgang mit Sparbüchern und Schülerkonten. Untersuchungen zufolge verschlechtert zunehmender Besitz das Sozialverhalten.

Geld als Belohnung

Philosophie

Nach den Ausführungen von Karl Marx in seinem Hauptwerk ''Das Kapital'' erhält im Geld der Tauschwert als Warenfetisch eine eigene Existenzweise. Im Gegensatz zu den anderen Waren sei Geld keinerlei materieller Gebrauchswert, sondern nur ? ähnlich einem ?Fetisch? ? ein in der Gesellschaft allgemein anerkannter Tauschwert beizumessen.

Etliche Klassiker (so Georg Simmel und Alfred Sohn-Rethel) haben bedeutende Beiträge vorgelegt. Beachtenswert ist die wissenssoziologische Analyse Sohn-Rethels, dass die abstrakte Wertform, die das Geld seit seiner Einführung als im Lydien des 7. vorchristlichen Jahrhunderts verkörperte, auch denkerischen Abstraktionen in anderen Bereichen (so in der frühen ionischen Naturphilosophie) angebahnt habe. Untermauert wird dieser von Sohn-Rethel gesehene Geld-Geist-Zusammenhang durch die neueren Arbeiten des Altphilologen Richard Seaford. Eine ökonomietheoretische und soziologische Aufarbeitung der historischen Befunde zu den Anfängen dieser Parallelentwicklung hat Othmar Franz Fett geliefert.

Zeichen- und wertetheoretisch wirksam und wichtig ist der früh (1897) von dem Philosophen und Begründer der Soziologie in Deutschland .

Tönnies unterscheidet das ?ursprüngliche Geld?, das durch den Gebrauch als absatzfähiges Gut, also als allgemein gültiges Tauschmittel etabliert wird, aber erst durch den als vom Gemeinwesen mit Garantiestempel geprägte Münze bestimmtes Gewicht und damit bestimmte Bedeutung erhält. Durch die Verpflichtung des Gemeinwesens, Geld als Kredit der Staatsregierung anzuerkennen, wird konventionelles Papiergeld ? vorerst als nur kaufmännischer Kredit ? dem Geld angeähnelt, ihm wird kraft Bedeutung als gesetzliches Zahlungsmittel zugewiesen. Die Bedeutung des Geldes als etwas, das nicht ist, sondern nur bedeutet und gilt, wird in der Banknote zum Zeichen materiellen Wertes, durch die Abkunft vom Metallgeld jedoch noch mitgedacht als Gegenstand. Damit stellt Tönnies die soziale Funktion der jeweiligen Zeichen ? hier zum Beispiel des Geldes ? in Beziehung zu den jeweiligen Erfordernissen sozialer Organisationen hinsichtlich der Generierung und Stabilisierung normativer Regelungen des sozialen Lebens, die zunehmend abstrakter und zweckrationaler werden.

Physik und Informationstheorie

Lange dienten zur Sicherung des Geldwertes materielle Güter, insbesondere Gold. Daraus ergibt sich aber noch keine Äquivalenz von Materie und Geld, sondern hergestellt wurde nur ein Bezug von Geld zu dem Wert des Goldes. Populär ist die Annahme, Geld könne mit Energie verglichen werden. Jedoch gälte dann der Energieerhaltungssatz, und Geld könnte weder entstehen noch vernichtet werden. Einen Bezug zwischen Geld und .'' 71, 1930, S. 569.</ref> die Möglichkeit der ?Geldvernichtung? erklärt werden. Hierzu gehören auch die Beschreibung von Irreversibilität in der Ökonomie und ihre Bedeutung für Wechselkursmodelle.

Soziologie

Oft traten in der Neuzeit ein Unbehagen über das Geld und ein damit verbundenes Gefühl von Ungerechtigkeit zutage. Es gab deshalb viele Entwürfe utopischer Gesellschaften, die ohne Geld auszukommen versuchten. Sie alle waren aber mit einer gemeinschaftsorientierten sittlichen Pflicht zur Arbeit verbunden, die die individuelle Freiheit einschränkte. Solche Entwürfe stammen etwa von Robert Owen, Francois Babeuf oder Pierre-Joseph Proudhon.

Anfänglich gab es bis in die Gegenwart hinein Stammes- und Volkswirtschaften, die ohne Geld auskamen. Solche Wirtschaftsformen sind als Naturalwirtschaft oder Subsistenzwirtschaft bekannt. In diesen herrscht entweder eine Verteilwirtschaft (in Stammeskulturen wird die Ernte gemeinschaftlich eingebracht und nach bestimmten Regeln an die Stammesmitglieder verteilt), oder es herrscht weitgehende Selbstversorgung, bei welcher kaum Handel und dann nur Tauschhandel getrieben werden.

Soziologisch wird darauf verwiesen, dass die ursprüngliche Etablierung von gemünztem Geld im 6. vorchristlichen Jahrhundert historisch auf große Schwierigkeiten stieß und dass dabei die antiken Tempel als erste Depotbanken dessen Einführung erleichterten, weil die dem Geld zunächst eine diffuse symbolische (sakrale) Garantie mitgaben (vergleiche den Tempel der Iuno Moneta im alten Rom).

Auf die Bedeutung des neu entstandenen es für das abstrakte Denken, zuerst in der ionischen Naturphilosophie, hat Alfred Sohn-Rethel hingewiesen (Theorem der ?Realabstraktion?).

Die neuere, über die Soziologie hinaus greifende Systemtheorie abstrahiert den Geldbegriff und sieht darin ein ?symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium?.

Religionswissenschaft/Theologie

Das Verhältnis von Religion(en) zu Geld ist historisch gesehen kontrovers insofern, als Geld mitunter kritisiert wird als falscher Gott in Form des Mammon (dem man nicht gleichzeitig dienen kann) Es gibt aber auch Religionen, in denen eine positive, affirmative Beziehung zum Geld als Repräsentant von ökonomischer Prosperität zu finden ist, etwa im Konfuzianismus, bei bestimmten Hindu-Gottheiten wie Lakshmi oder entsprechend der These Max Webers im Protestantismus.

Sprache

Karl Friedrich Wilhelm Wander hat in seiner fünfbändigen Ausgabe von ''Deutsches Sprichwörter-Lexikon'' () im ersten Band 1420 Sprichwörter zu "Geld" gesammelt, sieht man einmal von den damit zusammengesetzten Worten (Geldbeutel, Geldbrotz, Geldgeber usw.) ab.

Kritik

  • Neben der Kritik am Geldwesen wurde auch die Rolle des Geldes kritisiert und Forderungen nach dessen Abschaffung gestellt. Gefordert wurden die Begrenzung des Handelns mit Geld auf bestimmte Mengen oder Personen sowie die Suche nach alternativen Mitteln der Verteilung von Reichtum und Umverteilung von Waren und Leistungen. Geldkritik war zunächst moralisch motiviert. Seit der Entstehung des Kapitalismus wird Geldkritik auch mit Kritik an dieser Wirtschaftsform verbunden, u. a. im Marxismus. Eine andere Richtung der Geldkritik führte zum modernen Antisemitismus. Dies wurde verstärkt, da Juden in der Mehrzahl von handwerklichen Berufe und der Landwirtschaft ausgeschlossen waren und andererseits gläubigen Christen der Geldhandel verboten war.
  • Kritik an Geld und Rufe nach der Reformation der machten einen großen Teil der Geschichte des Geldes aus. Diese Auseinandersetzungen mündeten in unterschiedliche geldtheoretische Denkrichtungen.
  • Die Kritik am Geld führt auch zu Forschungen, die über mögliche postmonetäre Formen des Zusammenlebens und des Wirtschaftens nachdenken. Außerdem existieren vielschichtige Versuche, in kleineren Gruppen Formen des geldlosen Zusammenlebens auszuprobieren und zu etablieren.

Literatur

Einführung
  • Wolfgang Trapp: ''Kleines Handbuch der Münzkunde und des Geldwesens in Deutschland'', Philipp Reclam jun., Stuttgart 1999, ISBN 3-15-018026-0.
Geschichte
  • <small>Untersuchung und Dokumentation zu den globalen Zusammenhängen zwischen Staatsverschuldung, Steuerparadiesen, Spekulationsgewinnen, Sweatshops und Subprimekrisen; Buch zum gleichnamigen Dokumentarfilm Let?s Make Money von Erwin Wagenhofer </small>
Theorie
  • Christoph Asmuth, Burkhard Nonnenmacher und Nele Schneidereit (Hrsg.): ''Texte zur Theorie des Geldes''. reclam, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-15-019370-9.
  • Josette Baer, Wolfgang Rother (Hrsg.): ''Geld. Philosophische, literaturwissenschaftliche und ökonomische Perspektiven''. Schwabe, Basel 2013, ISBN 978-3-7965-2913-9.
  • Jens Martignoni: ''Das Geld neu erfinden ? Alternative Währungen verstehen und nutzen.'' Versus Verlag, 2018. ISBN 978-3-03909-228-4.
  • Karl Marx: ''Das Kapital.'' Erster Band, Erster Abschnitt: ''Ware und Geld'' und Zweiter Abschnitt: ''Die Verwandlung von Geld in Kapital'', Dietz Verlag Berlin 1972, S. 49?191
Problematik
  • Oliver Fohrmann: ''Im Spiegel des Geldes. Bildung und Identität in Zeiten der Ökonomisierung''. transcript, Bielefeld 2016, ISBN 978-3-8376-3583-6.
Literarisches
  • Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell (Hrsg.): ''Das liebe Geld'', mit 19 Abbildungen, Philipp Reclam jun., Stuttgart 1998, ISBN 3-15-009728-2.

Weblinks

  • Geldmuseum der Deutschen Bundesbank
  • (PDF)
  • (PDF) Federal Reserve Bank of Chicago, 1994 (englisch)
  • Die Banknoten der Welt ? aktuelle und historische Geldscheine
  • Vortrag von Harald Lesch vom 2. Dezember 2018 aus dem Audimax der TU Ilmenau im YouTube-Kanal von iSTUFF

Siehe auch

  • Geldersatz
  • Geldersatzmittel

Einzelnachweise

<references>
<ref name="Antisemitismus">Gerhard Hanloser: ''Krise und Antisemitismus. Eine Geschichte in drei Stationen von der Gründerzeit über die Weltwirtschaftskrise bis heute.'' Unrast Verlag, 2004.
</ref>
<ref name="bgh">BGH WM 1984, 222
</ref>
<ref name="Buba"> , Deutsche Bundesbank abgerufen am 30. Juli 2013.
</ref>
<ref name="OUBS_B821_B1">G. Crowther: ''An Outline of Money.'' Nelson, London 1940. zitiert in Open University ''The Fundamentals of Finance.'' Open University, Milton Keynes, 2003, ISBN 0-7492-5726-1.
</ref>
<ref name="Paulus">Jochen Paulus: ''Geld macht geizig''. In: badische-zeitung.de, ''Bildung, wissen'', 24. Dezember 2011, abgerufen am 2. Januar 2011.
</ref>
<ref name="Pfeifer">''Geld''. In: Wolfgang Pfeifer: ''Etymologisches Wörterbuch des Deutschen''
</ref>
<ref name="RHZT2001-09-12">''Rhein-Zeitung'', 12. September 2007, zitiert nach dem Textkorpus des Instituts für Deutsche Sprache, Projektseite (mit Registrierungspflicht). Vgl. Georg Schramm: ''Rotarier und Lioner.'' In: Georg Schramm:'' Lassen Sie es mich so sagen.'' München 2007, ISBN 978-3-89667-348-0, S. 108 f.
</ref>
<ref name="Tönnies">Ferdinand Tönnies: ''Philosophische Terminologie in psychologisch-soziologischer Ansicht.'' Leipzig 1906, S. 30 f.
</ref>
<ref name="uscode333">
</ref>
<ref name="Zeit2003">''Geldvernichtung.'' In: ''Die Zeit.'' Nr. 40/2003.
</ref>
</references>